Weißkohl anbauen

Weißkohl anbauen – Mehr als nur „Kappes“ im Garten

Weißkohl anbauen ist extrem ertragreich und wirklich einfach. Er ist in Deutschland ein klassisches Wintergemüse. „Kappes“ nennt man den Weißkohl (lat. Brassica oleracea convar. capitata var. alba) gern im Rheinland. Dabei steht das Wort Kappes auch als Synonym für Unsinn. Den Namen „Krauts“ gaben ihm sowie den Deutschen, die Engländer und Amerikaner im zweiten Weltkrieg. Wegen dem typischen aus Weißkohl verarbeiteten Sauerkraut, welches die Deutschen zu der Zeit in großen Mengen zubereiteten und aßen.

Weißkohl anbauen – Althergebrachtes Grundnahrungsmittel

Weißkohl-Sorten sind allesamt Arten des Kopfkohls und damit sehr eng verwandt mit dem Rotkohl, Spitzkohl und Wirsing. Grau-grüne Blätter wachsen wechselständig heran und bilden zusammen gerollt nach und nach einen immer größer werdenden Kohlkopf. Der Kohl ist eine mehrjährige Pflanze. Das heißt, im ersten Jahr bildet er den Kohlkopf. Erst im zweiten Jahr bildet sich eine bis zu 2 Meter hohe Blütensprosse. Welche der Gärtner allerdings nur zu sehen bekommt wenn er den Kohlkopf im ersten Jahr nicht erntet. Sondern ihn bewusst ein zweites Jahr zur Produktion von Weißkohlsamen im Selbstversorgergarten stehen lässt.

Weißkohl anbauen – Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll
Ort: Garten
Vorzucht: Februar – April
Freiland: April – Juni
Ernte: August – November (Je nach Sorte)

Weißkohl anbauen – Kappes ist gut für den Stoffwechsel

Mit vielen Ballaststoffen und wenig Kalorien regt der Weißkohl den Stoffwechsel an. Er stärkt gleichzeitig das Immunsystem mit reichlich Vitamin B, Vitamin C und Zink. Zudem wirkt Weißkohl durch seinen natürlichen Gehalt an Senfölglycosiden antibiotisch. Kohl gilt als natürliches Heilmittel bei Verdauungsproblemen und soll bei Magengeschwüren – vor allem auch in Form von Saft – helfen. Zudem enthält Weißkohl natürliche Ascorbinsäure. Durch Erhitzen des Weißkohls konzentriert man diese noch. Das macht den Weißkohl zu einem perfekten, gesunden und stärkenden Gemüse für Suppen und Eintöpfe.

Weißkohl anbauen – Gigantische Vielfalt bei Kohl und Kraut

Aufgrund der sehr guten und langen Lagermöglichkeiten im Winter und der einfachen Weiterverarbeitung sollte der Weißkohl im Selbstversorgerland nicht fehlen. Extrem lange haltbar ist der Weißkohl weiterverarbeitet zu Sauerkraut. Dieses entsteht durch Fermentation des in feine Streifen gehobelten Weißkohls und durch Zugabe von Salz sowie Milchsäurebakterien. Für eine vollständige Selbstversorgung auch über den Winter hinweg, ist Sauerkraut hierzulande so gut wie unabdingbar.

Sorten:
Perfecta Eton Amazon Rivera
Lennox Bartolo Mandy  Holsteiner Platter

Weißkohl anbauen – Ertragsgigant aus eigenen Anbau

Weißkohl anbauen

Weißkohl anbauen – Das Wichtigste auf einen Blick

Lockerer gut gedüngter Boden
Regelmäßig Hacken und Wässern
Sonniger Standort

Weißkohl anbauen – Gut zu wissen

Je nach Sorte (Frühlings-, Sommer- oder Herbst-Sorte) ist der Weißkohl mehr oder weniger gut für eine lange Lagerung geeignet. Frühe Sorten sind hauptsächlich für den direkten Verzehr geeignet. Da man beim Weißkohl anbauen jedoch auf eine gute Lagerfähigkeit angewiesen ist, sollte man das Saatgut entsprechend wählen. Es gibt Sorten die sich bis in den Juli des Folgejahrs lagern lassen.

  • Weißkohl sollte man – je nach Sorte – ab Februar im geschützten Zimmergewächshaus vorziehen. Im frostgeschützten Frühbeet kann man Weißkohl ab Anfang/Mitte März (je nach Region) vorziehen bzw. direkt ausgesäen.
  • Vor dem Auspflanzen vorgezogener Kohlpflanzen oder der direkten Aussaat Anfang April, sollte man den Boden gut durcharbeiten. Zudem die Erde mit Dünger und Kalk aufwerten.
  • Beim Weißkohl anbauen hat der Abstand zwischen den Pflanzen enormen Einfluss auf die Kohlkopf-Größe! Je enger man die Pflänzchen setzt, desto kleiner bleibt der Kohlkopf. 40×40 cm sollten es aber sein. Zudem begünstigt ein zu enger Pflanzenstand die Ausbreitung von Krankheiten.
  • Der Weißkohl ist ein Starkzehrer. Er liebt stickstoffhaltigen Dünger. Man sollte nach der Aussaat jedoch trotzdem nur noch sehr mäßig düngen.
  • Viel wichtiger ist eine regelmäßige Bodenpflege. Denn durch Hacken des Bodens lockert und durchlüftet man ihn.
  • Grundsätzlich sollte man darauf geachten, dass der Boden nicht austrocknet! Ein konstant feuchter Boden dankt der Kohl.
  • In milden Witterungslagen kann der Weißkohl auch im Beet überwintern. Dafür sät man den Kohl erst im August aus. Vor leichten Frostnächten schützt ein entsprechendes Vlies.
  • Der Weißkohl ist anfällig für vor allem Kohlweißlinge und Kohlhernie. Gegen den Kohlweißling helfen Vogelschutznetze. Bei der Pilzerkrankung Kohlhernie hilft in erster Linie die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Dann bei Befall sofort mit Beseitigung einer erkrankten Pflanze eingreifen.
  • Befallene Pflanzen jedoch niemals auf den Kompost werfen! Entweder zusammen mit trockenen Zweigen verbrennen oder in der Bio Tonne entsorgen.

Weißkohl anbauen – Robuster und winterharter Evergreen

Weißkohl anbauen

Tipp 1: Weißkohl anbauen – Vorbeugen gegen Kohlhernie

Um der Pilzerkrankung Kohlhernie vorzubeugen, lohnt es sich den Boden entsprechend gut zu bearbeiten. Ein gut gelockerter Boden verhindert Staunässe. Ein neutraler PH-Wert des Bodens beugt vor. Man erreicht ihn durch Bodenkalkung. Kalkstickstoff kann man auch gezielt zur direkten Bekämpfung der Kohlhernie einsetzen.

Tipp 2: Weißkohl anbauen – Schneckenschutz ist wichtig

Geschützt auf feuchter Erde unter den großen Blättern fühlen sich ganze Schnecken-Nester schon mal schnell richtig wohl. Von da aus ist es ein Leichtes zum Fressen den Kohl hinauf zu kriechen mit nicht so schönen Folgen. Die Kohl-Pflanze in einen Schnecken-Ring gesetzt hilft.

Tipp 3: Weißkohl anbauen – Und weiterverarbeiten

Die Köpfe des Kohl sind zwar sehr gut lagerfähig und kommen im kühlen Keller gut über den Winter. Aber noch länger hält sich der eigene Kappes wenn man ihn frisch zu Sauerkraut verarbeitet. Durch das Sauerlegen hält sich das Kraut im Gärtopf bei 10°C im Lagerkeller für bis zu ein ganzes Jahr.

Das Beste zum Schluss: Die Ernte

Rechtzeitig Ernte, sonst platzt der Kohlkopf! Je nach Sorte braucht der Weißkohl 10 – 22 Wochen um zu reifen. Ist ein Kohl reif, hat er einen großen Kopf gebildet und kaum noch abstehende Blätter drumherum. Natürlich kann man den Kohl auch früher ernten, wenn ein kleinerer Kohlkopf reicht.

Viel Freude mit dem eigenen Weißkohl wünscht euch das Selbstversorgerland!
Produkt-Tipps: Kohl anbauen

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