Kompost selber machen – Gartenkompost ist viel mehr als nur ein Haufen!

Nichts im Garten ist von so großer Bedeutung wie der Kompost. Denn nur durch die Verrottung von organischem Material kann man – ohne Nutztiere – neuen, natürlichen Dünger und Humus gewinnen. Der Prozess, aus abgestorbenem pflanzlichem Material durch Verrottung neue Nährstoffe zu gewinnen, ist so alt wie die Landwirtschaft selbst. Kompostierung macht Kunstdünger durch die Nutzung von Kompost als Dünger überflüssig.

Kompost – Hier schliesst sich der Kreislauf des Gartens

Die Bezeichnung „Komposthaufen“ ist für dieses zentrale Element des Gartens nicht angebracht. Denn es kommt der Bedeutung des Kompost nicht nahe. Die Bezeichnung „Haufen“ hat einen abschätzigen Beigeschmack. Den eines biologischen Haufen von Abfall und ebendies ist der Kompost nicht. Ganz im Gegenteil. Der Kompost vermeidet Abfall. Oder anders gesagt, er schließt den Kreislauf der Nährstoffe im Garten. Denn er recycelt alles was heranwuchs, jedoch nicht mehr von Nöten ist. Es geht also um Recycling von organischen Material. Genauer gesagt um die Gewinnung des Rohstoffs Kompost bzw.Humus. Das hat mit Abfall und Haufen nichts zu tun!

Kompostierung – So wird aus pflanzlichen Resten wertvoller Kompost

Was kann alles auf den Kompost? Jede Art von organischem Material. Also Reste von Pflanzen jeder Art, wie z.B. Rasen, Laub, Zweige, faule Früchte wie Tomaten, Äpfel und Kartoffeln. Aber auch organische Abfälle wie Kaffeesatz, Schalen von Eiern, Teesatz, Obst- und Gemüseschalen. Zudem Wurzeln, Nussschalen, Holzspäne und Reste der Gewinnung von Fruchtsaft. All diese organischen Materialien zersetzen sich durch Rotte (Kompostierung). Dabei zersetzen Pilze und Bakterien unter Verwendung von Sauerstoff das Material zu Humus. Es entstehen zudem in Wasser lösliche Mineralstoffe wie Nitrate, Phosphate, Ammonium, Kalium- und Magnesium. Nährstoffe die von Pflanzen wieder als Dünger aufgenommen werden. Der so selbst gewonnene Humus bildet die Basis der Nährstoffe im Kreislauf des Gartens. Also versorgen die pflanzlichen Reste des einen Jahres, die Pflanzen der übernächsten Generation mit allen wichtigen Nährstoffen.

Komposthaufen
Kompost durchmischt mit Pferdedung

Gartenkompost – Humus gewinnen mit System

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Verfahren der Kompost zu gewinnen. Die offene Rotte und die geschlossene Rotte. Bei der geschlossenen Rotte handelt es sich um geschlossene, meist isolierte Behälter. Diese Thermo Komposter und Schnell Komposter wie der Handel sie anbietet, eignen sich nur für geringe Mengen. Sie können einige organische Abfälle und hin und wieder auch ein paar wenige Reste von Pflanzen gut kompostieren. Für einen Garten mit viel Gemüse sind sie jedoch zu klein und eignen sich daher leider nicht. Wobei sie im Urban Gardening eine sinnvolle Art der Kompostierung darstellen.

Die zweite Art der Kompostierung, die offene Rotte, ist das Verfahren mit dem wir uns nun intensiver beschäftigen wollen. Offene Rotte bedeutet, dass der Kompost offen, also nicht in einem dicht umschlossenen Behälter lagert. Es gibt etliche Verfahren der offenen Rotte. Angefangen beim gemeinen Komposthaufen, über Mehrfach-, Jahres- und Wandermieten. Bis hin zur technisch ausgefeilten Vierkammerrotte in großen Werken die Grünabfall gewerblich kompostieren. Alle Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile. Durch eigene Erfahrung und Versuche stet für uns jedoch fest, welches Verfahren sich für mittlere bis große Gärten eignet. Die dynamische Vierkammer Wandermiete.

Komposthaufen – Da ist doch der Wurm drin

Als Miete bezeichnet man eine Aufschichtung von kompostierbarem Material, das man nicht technisch belüftet. Man kann eine Kompostmiete maximal 2m hoch schichten. Schichtet man sie höher drückt das eigene Gewicht die Miete zusammen und presst die Luft heraus. Die Rotte würde auf Grund von Mangel an Sauerstoff stoppen. Eine Miete, die man einmal aufschüttet und dann nicht mehr umgeschichtet ist eine statische Miete. Ergo, der klassische „Komposthaufen“. Dadurch, dass man die Miete nicht lockert und mischt, ist die Versorgung mit Sauerstoff niedrig. Sprich die Würmer, Bakterien, Organismen und Pilze erhalten wenig Sauerstoff um das organische Material zu Humus umsetzen zu können. Daher dauert die vollständige Rotte hier sehr lange. Je nach Material 3 bis 8 Jahre.

Komposthaufen – Die Luft macht den Unterschied

Man beschleunigt die Rotte durch regelmäßiges umschichten, lüften und homogenisieren des Kompost. Regelmäßig umgeschichtete Mieten bezeichnet man – anders als den klassischen „Komposthaufen“ – als dynamische Mieten.

schnell Kompost
Gut durchmischter, schnell & geruchlos verrottender Kompost in der Hauptrotte

Dynamische Kompostierung – Das bisschen Arbeit lohnt sich

Um die Rotte zu beschleunigen, sortiert und bewegt man das Material. Dieser Prozess findet so auch in den großen Werken zu Kompostierung statt. Diese verarbeiten den Bio Abfall, das Laub und den städtischen Grünabfall zu Kompost. Entscheidend ist der ständige Eintrag von Sauerstoff durch die Umschichtung und Bewegung. Denn die regelmäßige Lockerung, reduziert die zur vollständigen Kompostierung notwendige Zeit gegenüber einer statischen Miete um 80%. Das gleiche System macht man sich im Garten mit der dynamischen Vierkammer Kompost Wandermiete zu Nutze.

Dynamische Vierkammer Kompost Wandermiete – So geht’s

1. Vorrotte
Die erste der vier Kammern. Hier sammelt man die Abfälle des Gartens, zerkleinert sie und lagert sie zwischen. Je kleiner die zu kompostierenden Teile, desto schneller beginnt die Rotte, da die Oberfläche Materials größer ist. Idealerweise zerhäckselt man alles was von der Vorrotte in die zweite Kammer – die Hauptrotte – wandert.
2. Hauptrotte
Die wesentliche Zersetzung findet in der zweiten Kammer, der Hauptrotte statt. Hier befinden sich viele frische Materialien, gemischt mit altem, gereiftem Kompost. Bei der Neuanlage eines Kompost dauert es im warmen Sommer ca. 8 Wochen bis eine schnelle Verrottungs einsetzt. In einem bewirtschaftetem Kompost arbeiten die Bakterien, Würmer, Organismen und Pilze in der Hauptrotte sehr schnell. Die Zersetzung des Materials beginnt binnen Stunden. Wichtig ist, die Hauptrotte sehr regelmäßig mit der Forke umzuschichten. Es dürfen keine Klumpen oder Schichten entstehen und es soll bei jedem Umschichten Sauerstoff in den Kompost gelangen. Idealerweise gräbt man diese Rotte zweimal pro Woche gut durch. Bereits stark zersetzte Teile schaufelt man direkt weiter in Kammer drei, der Intensivrotte.

So wird Humus daraus

3. Intensivrotte
Hier geht weiter was in der Hauptrotte begann. In der Intensivrotte werden die übrigen, noch unzersetzten, Teile zu Humus umgesetzt. Der wesentliche Prozess dieser Rotte findet im warmen bis heißen Kern der Kammer statt. Bakterien und Pilze zerfressen alles was das Substrat noch hergibt. In der intensiven Rotte werden auch Samen von Unkraut sowie Schädlinge abgetötet. Damit im Kern immer Nahrung für die Bakterien vorhanden ist, muss man die Intensivrotte ein- bis zweimal pro Woche durchgraben. Nahezu vollständig zu Humus umgesetztes Material wird von hier aus in die vierte und letzte Kammer weitergegeben. In die Nachrotte.
4. Nachrotte
Hier reift der Humus wie guter Wein. In die Nachrotte bringt der Gärtner nur vollständig zu Humus zersetztes Material aus der Intensivrotte ein. Der Kompost reift in der Nachrotte zu feinem Humus. Dabei verlangsamt sich die biologische Aktivität. Die Nachrotte ist kaum noch warm. Das Reifen des Kompostes ist nötig um das Substrat biologisch stabil zu machen. Damit sich sämtliche nutzbaren Nährstoffe auch in eine für Pflanzen aufnehmbare Form umwandeln. Der Prozess dauert ca. 3 Wochen. Die Nachrotte gräbt man einmal pro Woche durch. Hierbei kann immer Humus entnommen werden, um Beete und Pflanzen zu düngen oder den Boden zu verbessern.

Kompost selber machen – So bringt man Bewegung in die Rotte

In diesem Kompostsystem „wandert“ das Material durch die vier Kammern. Dabei homogenisiert es automatisch. Denn der Gärtner gibt immer nur das Material in die nächste Kammer, dass bereits gut zersetzt ist. Denn so ist sicher das Teile die langsam verrotten in der Haupt- und Intensivrotte verbleiben bis sie vollständig zersetzt sind. Andererseits durchläuft sehr gut umsetzbares Material (wie Kartoffel- und Apfelschalen, etc.) das System entsprechend schnell.

Kompostrotte
Kompostmiete in der Intensivrotte

In diesem System „wandert“ das Material durch die vier Kammern. Dabei homogenisiert es automatisch. Denn der Gärtner gibt immer nur das Material in die nächste Kammer, dass bereits gut zersetzt ist. Denn so ist sicher das Teile die langsam verrotten in der Haupt- und Intensivrotte verbleiben bis sie vollständig zersetzt sind. Andererseits durchläuft sehr gut umsetzbares Material (wie Kartoffel- und Apfelschalen, etc.) das System entsprechend schnell.

Kompostsystem – Hier gehört es hin und so groß muss es sein

Um eine schnelle Rotte zu gewährleisten, sollte ein Kompost jedoch nicht in der hintersten und dunkelsten Ecke des Gartens stehen. Es sollte aber auch nicht in der prallen Sonne stehen, da der Kompost sonst austrocknen kann, was die Rotte verlangsamt. Ein guter Ort ist im Halbschatten und sehr gern an einer wärme speichernden und vor Regen schützenden Wand.

Was die Größe angeht, kann man für einen intensiv genutzten Garten von 250m² von 1m³ pro Kammer ausgehen. (Bei weniger intensiv genutzter Fläche reicht die Hälfte.) Sprich es sollte Platz für 1x1m Vorrotte sein. Zudem benötigt man jeweils eine luftig befestigte Kammer mit jeweils 1x1x1 m für die Haupt-, Intensiv- und die Nachrotte. Diese bestehen am besten aus aus hölzernen Latten oder Gittern aus Metall.

Komposterde – Die Basis des Biogartens

Humus aus Kompost ist ein wertvoller Rohstoff. Er ist die Basis jedes Bio Gartens. Der Aufwand, seinen eigenen Humus herzustellen, lohnt sich. Die Pflanzen, die Erträge, die Qualität, aber auch der Geldbeutel profitieren. Zudem werden die Insekten und Tiere im biologischen Garten es danken. Ein Insektenhotel ist in der Nähe zum Kompost immer gut aufgestellt.

Kompost anlegen – Schritt für Schritt

  • Kompost am besten leicht schattig anlegen und nicht in die hinterste und dunkelste Ecke verbannen.
  • Idealerweise gräbt man den Kompost zum Belüften und Umschichten zweimal pro Woche um. Dabei gibt man gut zersetztes Material in die nächste Stufe bzw. entnimmt fertigen Humus.
  • Je wärmer es ist desto, schneller arbeiten die Bakterien, Würmer und Pilze. Umso mehr Wärme entsteht im Inneren der Mieten und desto schneller verläuft die Kompostierung.
  • Daher muss ein Kompost im warmen Sommer häufiger und im kalten Winter seltener umgegraben werden!

Kompost anlegen – Gut zu wissen!

  • Grobes Material wie Äste, Baum- und Schnitt von Hecken, Wurzeln und ähnliches, zerkleinert man vor dem Einbringen in den Kompost. Ideal ist dafür ein Häcksler.
  • Für einen 250m² intensiv genutzten Gemüsegarten werden bei einem gut gepflegten Kompost ca. 4m³ benötigt. Bei weniger intensiv genutzten Flächen reicht jedoch auch die Hälfte.
  • Unbedingt dicke und dichte Schichten von Material vermeiden! Z.B. Schnitt von Rasen immer mit reifem Kompost mischen und alles gut lockern!

    Kompostmiete
    Links Kompost in der Nachrotte & rechts eine Miete in der Intensivrotte

Tipp 1: Kompost – Wässern lohnt sich

Trockenheit ist genau wie Mangel an Sauerstoff der Feind, der im Kompost lebenden Bakterien und Pilze. Daher muss man den Kompost bei Trockenheit regelmäßig wässern. Andererseits soll er aber auch nie zu nass sein. 10 Liter Wasser reichen bei trockenem Wetter aus um eine Miete von 1m³ einige Tage feucht zu halten.

Tipp 2: Kompost – Weder Abfall, noch Haufen

Abfälle,Müll, gekochte Reste von Speisen und sehr grobes Material gehören nicht auf den Kompost. Sie verrotten nicht oder locken sogar Schädlinge wie Ratten und Mäuse an. Daher sollte man darauf achten keine Speisereste, Knochen oder Fleisch auf den Kompost zu geben.

Das Beste zum Schluss: Mit dem eigenen Kompost düngen

All die Mühe, die Zeit, die Arbeit und der Schweiß die im  Kompost stecken, zahlen sich aus. Denn die selbst gewonnenen Nährstoffe vorsorgen die Pflanzen im eigenen Garten. Zudem sorgen sie für üppige Ernten und einen tollen Geschmack der Früchte. Ein guter Geschmack wie ihn nur ökologische Landwirtschaft im Selbstversorger Garten erzeugt.

Viel Ertrag mit dem eigenen Kompost wünscht Euch das Selbstversorgerland!
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