Wurmkompost

Wurmkompost – Wurmkompostierung für beste, lebendige Gartenerde

Ein Wurmkompost produziert Wurmerde aus organischen Abfällen. Die Abfälle stammen aus der Küche und fallen im Garten an. Die fleißigen Würmer fressen diese Abfälle und wandeln sie in neue, nährstoffreiche Wurmerde um.

Wurmerde – Natürlicher Nährstoffkreislauf im Garten

Man kann, mit wenigen Ausnahmen, fast alle organischen Abfälle aus dem Selbstversorger Garten auf dem Wurmkompost verwerten. Dazu kommen die Küchenabfälle. Somit erhält ein Wurmkompost die Nährstoffe aus dem Garten, im Garten. Jene, welche man durch die Ernte von Früchten entnimmt, ersetzt man so gut wie komplett wieder durch Küchenabfälle. Daher ist ein Wurmkompost ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden Kreislaufs der Nährstoffe im Garten.

Wurmkompost – Das unterscheidet ihn vom herkömmlichen Kompost mit Rotte

Der herkömmliche Kompost, auch Kompostmiete oder Rotte genannt, unterscheidet sich wesentlich von einem Wurmkompost. Zwar enthält ein gewöhnlicher Kompost auch einige Würmer, aber der Wurmkompost enthält hunderte bis viele tausend Würmer. Zudem entsteht in einer Kompostmiete durch die Bakterielle und von Mikroorganismen befeuerte Rotte eine starke Hitze. Diese kann bis zu 70°C betragen. Das ist jedoch der Tod für jeden Wurm. Vereinfacht kann man sagen, die Verrottung in der Kompostmiete findet durch Pilze, Organismen und Bakterien statt. Diese verbrauchen Sauerstoff und erzeugen Wärme. Das organische Material verfault recht langsam und zersetzt sich dabei zu Komposterde. Ganz anderes funktioniert jedoch der Wurmkompost.

Wurmkompost – So funktioniert er

Gleich zu Beginn sei erwähnt, dass sich der Wurmkompost auch von einer Wurmkiste und einer Wurmfarm unterscheidet. In unseren Artikeln zur Wurmkiste und Wurmfarm erfährst du jeweils alle Details. Der Wurmkompost arbeitet, anderes als die Kompostmiete, „kalt“. Denn die Würmer (Dendrobena Hortensis – Riesen Rotwurm) fressen organisches Material. Dies verdauen sie  und scheiden es als Wurmkot aus. Der Wurmkot ist bereits der fertige Wurmhumus, sprich die Wurmerde.

Wurmkomposter – So arbeiten die Würmer

Da die Würmer jedoch keine Zähne haben, sind sie auf die Hilfe vieler Bodenlebewesen angewiesen. Z.B. übernehmen Milben, Larven, Bakterien und Organismen quasi die Vorverdauung. Sie rotten die Abfälle an. Die weichen, angerotteten Abfälle fressen die Würmer jedoch in Massen auf. Sprich, an dieser Stelle setzt der wesentliche Unterschied zur Kompostmiete ein. Denn all das, was die Würmer fressen fault nun nicht mehr. Es entsteht keine Hitze, denn es findet keine Fäulnis (sondern die Verdauung durch die Würmer) statt. Durch eine große Anzahl der richtigen Würmer (lat. Dendrobena Hortensis) arbeitet ein Wurmkompost sehr schnell. Zudem entsteht kein Geruch, da so gut wie keine Fäulnis stattfindet.

Vorteile Wurmkompost – Ökologisch und hoch effektiv

Ein gut eingespielter Wurmkompost ist, mit dem richtigen Besatz an Würmern, ein höchst effektiver Verwerter organischer Abfälle. Binnen kurzer Zeit fressen die Würmer Gartenabfälle und verwandeln diese in hochwertigste Erde, die sehr viele Nährstoffe enthält. Ein Wurmkompost von 1m³ Volumen der etliche tausend Würmer enthält, setzt riesige Mengen Laub zu Humus um. Und das im Herbst,  binnen 14 Tagen! Ein eingespielter Wurmkompost versorgt den Garten und das Gemüsebeet spielend leicht mit Nährstoffen und Wurmhumus. Denn die Wurmerde eignet sich perfekt zur Bodenbearbeitung.

Nachteile Wurmkompost – Etwas mehr Aufwand

Die Nachteile des Wurmkompost sind der gewisse Mehraufwand, den man beim Wurmkompost anlegen betreiben muss. Denn zum einen muss man dafür Sorge tragen, dass sich keine Wühlmäuse einnisten. Zum anderen sollte man den Maulwurf von Anfang an aussperren. Denn sie beide werden vom Duft der Würmer magisch angezogen. Ein Wurmkompost ist ein ökologisches System und braucht seine Zeit um sich perfekt zu entwickeln. Nach 1 bis 2 Jahren haben sich die Würmer jedoch stark vermehrt und sind nun sehr effizient. Aber die Würmer sind empfindlich ggü. Frost. Daher muss der Wurmkompost groß und tief genug sein. So, dass er im tiefen Winter nicht völlig durchfriert.

Wurmkompost anlegen – Das brauchst du dafür

Schwierigkeitsgrad: Leicht
Materialien:
1 Kompost aus Nadelholz – 1x1x1m (l/b/h)
1 Robuster, engmaschiger, verzinkter Draht
Nagelkrampen
Montagedauer: 2 Std.

Wurmkompost anlegen – So gehts

Ideal ist ein Fertiger Kompost aus Nadelholz mit 1x1x1m Kantenlänge. Am Aufstellort schachtet man den Boden mind. 40cm Tief aus. Nun Kleidet man das Loch mit engmaschigem Draht aus. Das Verhindert, dass sich Wühlmäuse und der Maulwurf von unter her im Wurmkompost einnisten und satt fressen. Wer ganz sicher gehen will kleidet auch den Holzkompost mit engmaschigem Draht aus. Erst dann setzt man ihn über das ausgekleidete Loch. Denn so haben die Wühlmäuse auch von der Seite her keine Chance.

Wurmkomposter – Füllung und Besatz

Das ausgekleidete Loch füllt man nun mit dem Aushub auf. Man Kann auch etwas Laub oder eine kleine Menge Rasenschnitt untermischen. Jedoch nicht zu viel. Zudem fressen die Würmer nur in der Oberen Schicht das Wurmkompost. Unten hilft etwas organisches Material lediglich dabei den Boden locker zu halten. Nun gibt man eine gut 15cm dicke Schicht Gartenboden aus dem Bett, oder fertig gereiften, herkömmlichen Kompost darauf. Anschießend eine dünne, max. 2cm, Schicht zerkleinerte Obst- und Gemüsereste. Hierauf gibt man die Besatzwürmer. Man gibt die Würmer immer oben auf den Wurmkompost und bedeckt die Würmer nicht. Würmer die nach 20 Min. nicht selbst nach in die Erde gekrochen sind entfernt man. Von nun an braucht man nur noch Geduld und mit steigender Anzahl von Würmern, ein e immer größere Menge Futter.

Wurmkompost – Schritt für Schritt

  • Am Aufstellort den Boden auf ca. 1x1m mindestens 40cm tief ausheben.
  • Loch sorgfältig mit engmaschigem Draht auskleiden.
  • Kompost aus Nadelholz montieren und über das Loch setzten. Ggf. auch die Seiten der Holzkompost mit Draht auskleiden. Das ist kein Muss, hilft jedoch gegen Wühlmäuse die seitlich in den Wurmkompost eindringen.
  • Loch mit dem Aushub auffüllen. Ggf. eine kleine Menge Laub oder Rasenschnitt untermischen um den Boden locker zu halten.
  • Eine gut 15 bis 20cm dicke, Schicht Gartenerde aus dem Beet, oder gereiften, herkömmlichen Kompost auftragen.
  • Darauf eine dünne, max. 2cm dicke Schicht zerkleinerte Gartenabfälle, Obst- und Gemüsereste auftragen (keinen frischen Rasenschnitt verwenden!).
  • Hierauf gibt man die Besatzwürmer. Es sollten mind. 250 Würmer sein. Besser sind 500 oder 1000. Ideal ist ein Wurmkompost Starter Set das aus 250 Würmern, 250 Wurmkokons (Wurmeiern) und Substrat besteht. Wenn es schnell gehen soll, verwendet man zwei solcher Sets.
  • Fertig ist der Wurmkompost. Jetzt heißt es Geduld haben. Ein Gefühl dafür entwickeln wann die Würmer wie viel Futter brauchen. Und, immer beste Gartenerde selber machen!

Wurmkompost – Darauf muss man zu Anfang achten

Wer bereits eine Wurmkiste oder eine kleine Wurmfarm hat, der hat bereits ein Gefühl für die Dendrobenas entwickelt. Man weiß dann wieviel Futter zu viel ist. Ebenso, dass die Würmer im warmen Sommer mehr fressen als im kalten Winter. Neulingen sei als wichtigster Tipp geraten, am Anfang ist weniger mehr! Sprich lieber Füttern als zu viel. Denn Fäulnis, und die dabei entstehende Hitze wie auf dem herkömmlichen Kompost, will man im Wurmkompost vermeiden. Im Sommer ist es zudem wichtig den Wurmkompost feucht zu halten. Denn er darf nicht austrocknen. Dafür sollte man in trockenen Phasen alle paar Tage 20 bis 30 Liter Gartenwasser gießen.

Wurmkompost – Im Winter

Würmer vertragen keinen Frost. Bevor sie erfrieren, flüchten sie in tiefe, frostfreie Bodenschichten. Das ist beim Wurmkompost auch leicht möglich. Viele Würmer werden im Frühjahr auch wieder zurück in den Wurmkompost aufsteigen. Denn sie kennen und lieben den Duft und die Beschaffenheit ihres Heimatsubstrates. Einige fallen jedoch sicher den Fressfeinden zu Opfer. Andere wandern ab. Sprich, im Winter verliert man im ungeschützten Wurmkompost fleißige Würmer. Verhindern kann man das indem man den Wurmkompost vor starkem Frost schützt. Am einfachsten geht das, indem im späten Herbste einen großen Laubhaufen über dem Wurmkompost aufschüttet. Das schützt effektiv vor Frost. Man kann jedoch auch Stroh und Fleece verwenden. Hauptsache man hält den stärksten Frost fern. Dann wandern die Würmer auch im Winter kaum in die Tiefe!

Wurmkompost
Pappe, Kaffeesatz, Obst- & Gemüsereste – all das gehört auf den Wurmkompost

Tipp 1: Wurmkompost anlegen – Würmer vermehren

Ein sicheres Zeichen dafür, dass es den Würmern gut geht ist, dass sie sich vermehren. Man bemerkt es an den Wurmeiern, den Kokons, im Kompost. Kokons haben bis zu 4mm Durchmesser und sind gelblich, grün bis rötlich braun gefärbt. Aus jedem Wurmei schlüpfen bis zu drei Würmer. Vermehren sich die Würmer im Wurmkompost? Dann gibt man alle paar Monate Substrat mit Würmern und Kokons aus der Wurmfarm in den normalen Kompost. Denn so verbessert man auch den Gartenkompost! Denn die Würmeraus der Wurmfarm wirken wie ein Turbo für den Kompost.

Tipp 2: Wurmkompost – So gelingt der Start perfekt

Besser als viele große Würmer in einen neuen Wurmkompost zu setzten ist es, Wurmeier und kleine Würmer zu verwenden. Denn, will man eine Kolonie auf dem Mars gründen, schickt man auch nicht eine Delegation aus dem Altenheim dort hin. Das Selbe ist es mit den Würmern. Junge, kleinere Würmer, passen sich viel schneller und besser an eine neue Umgebung an. Aber auch sie brauchen zu Anfang noch ihr vertrautes Substrat, dass sie nur ungern verlassen. Wurmkokons, sprich Wurmeier, eignen sich am besten. Denn die geschlüpften Würmer nehmen das sie umgebende Substrat sofort als ihr Heimatsubstart an.

Daher ist es für den Erstbesatz eines Wurmkompost ideal kleinere, junge Würmer zu nutzen. Zudem viele Wurmeier in ihrem vertrautem Substrat auf den neuen Wurmkompost zu geben! Ganz falsch ist es große, ausgewachsene Würmer ohne ihr vertrautes Substrat einfach in den neuen Wurmkomposter zu werfen. Denn die meisten von ihren werden sofort flüchten und sich auch nicht im Wurmkompost vermehren. Daher ist ein Wurmkompost Starter Set der perfekte Erstbesatz.

Tipp 3: Wurmkompost – Fertigen Wurmhumus entnehmen

Ein Wurmkompost ist ein Ökosystem. Es benötigt Zeit um sich einzuspielen und effektiv zu Arbeiten. Dafür benötigt man zu Anfang ein wenig Geduld. 500 Würmer einsetzten und 1m³ Laub drauf kippen funktioniert nicht! Der Wurmkomposter braucht in der Regel einen Sommer lang Zeit um sich richtig einzufahren. Im zweiten Jahr wird sich schon eine Menge Wurmhumus gebildet haben. Den entnimmt man jedoch noch nicht. Denn er ist das vertraute Heimatsubstrat der Würmer. Der Lohn für die Geduld, immer reichlich Wurmhumus. Denn im dritten Jahr enthält ein eingefahrener Wurmkomposter viele tausend Würmer die im Jahr mehrere Hundert Liter Wurmhumus produzieren. Um den Humus zu entnehmen, siebt man den reifen Wurmkompost aus dem unteren Drittel durch ein Kompostsieb. Würmer und Pflanzenteile siebt man aus und gibt sie zurück in den Wurmkompost. Den ausgesiebten Wurmhumus gibt man auf seine Bette oder arbeitet ihm im Gartenboden unter.

Tipp 4: Wurmkompostierung – Vermeidet Abfall, schont die Umwelt und düngt die Erde

Der beste Ort für jede Form von nicht tierischen, ungekochten organischem Abfall ist der Wurmkompost. Einzige Ausnahme sind Zitrusfrüchte sowie sehr scharfe Dinge wie Chili und Ingwer. Selbst Pappe und Holzspäne wandln die Würmer in nährstoffreichen Wurmhumus um. Jeder Abfall den man entsorgten muss schont die Umwelt. Selbst eine Biotonne belastet die Umwelt. Ja richtig, eine Biotonne ist nicht umweltfreundlich. Warum nicht? Zum einen ist sie aus Plastik. Recycelt man sie nicht, benötigt sie ca. 1000 Jahre um zu verrotten. Ihre Herstellung hat sehr viel Energie gefressen und zudem wurden dabei Schadstoffe freigesetzt. Zum anderen ist es Unsinn mit einem dieselfessenden LKW den Bioabfall über viele Kilometer zu einem Kompostierwerk zu fahren. Auch die Radlader und Maschinen dort fressen Diesel und Strom. All das entfällt wenn man einen Wurmkompost betreibt! Der beste Abfall ist der welcher gar nicht erst entsteht. Der den man erst gar nicht fahren und verarbeiteten muss!

Das Beste zum Schluss: Den Gartenkreislauf schließen

Die Mühen, die Zeit, die Kosten sowie die Arbeit die im Wurmkompost stecken, zahlen sich aus. Denn die selbst gewonnenen Nährstoffe vorsorgen das Obst und Gemüse im Selbstversorger Garten. Zudem sorgen sie für gute Ernten und einen guten Geschmack der Früchte. Ein natürlicher Geschmack wie ihn nur ökologische Landwirtschaft erzeugt!

Bei Fragen sowie Anregungen freuen wir uns über Deinen Kommentar. Nie wieder Bioabfall und viel Spaß dem Wurmkomposter wünscht Euch das Selbstversorgerland!
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