Rosmarin anbauen – Mediterrane Heilpflanze & aromatisches Küchenkraut

Als Gewürz kennt jeder den Rosmarin. Weniger bekannt ist, das die Pflanze (lat. Rosmarinus officinalis) ebenso eine lange Tradition als Heilpflanze bei Blähungen und Völle hat. Aber auch als Zusatz zum Baden regt er die Durchblutung der Haut an. Untersuchungen geben Hinweise auf die Wirksamkeit der Pflanze. Sie weisen darauf hin, dass das im Rosmarin enthaltene ätherische Öl die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigert. Sich zudem positiv und eventuell auch vorbeugend gegen Demenz und Alzheimer auswirken könnte. Das Öl enthält unter anderem Borneol, Linalol, Camphen, Cineol und Kampfer, Gerbstoffe und Harze.

Rosmarin selbst anbauen – Gewürz und mediterraner Klassiker

Als Gewürz ist Rosmarin ein mediterraner Klassiker. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, lässt sich die würzig riechende und immergrüne Pflanze aber auch gut im gemäßigtem Klima anbauen.

Rosmarin
Vitaler Rosmarinus

Rosmarin anbauen – Herrlich vollmundiges Gewürz

Für Selbstversorger eignet sich Rosmarin zudem gut. Denn er ist ganzjährig grün. Daher kann man ihn immer ernten. Zudem ist er sehr vielseitig. Er hat einen ausgeprägt würzigen Duft. Es schmeckt aromatisch, erdig und leicht bitter. Besonders geeignet ist das Kraut zum Würzen von Kartoffel- und Fleischgerichten. Zudem lässt er sich auch gut mit Bohnen, Kräuterquarks, Eintöpfen, Suppen und Fisch kombinieren. Er bringt ein herrlich mediterranes Aroma in viele Speisen. Daher ist der vielseitig würzige Rosmarin inzwischen eines der beliebtesten Gewürze.

Rosmarin anbauen – Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Schwierigkeitsgrad: Leicht | Ort: Garten, Balkon
Aussaat oder Stecklings-Vermehrung: März – April
Freiland: Mai
Ernte: Blätter & Zweige ganzjährig (Blüte von April bis Mai)

Rosmarinplanzen – Genügsam und Pflegeleicht

Die Genügsamkeit der Pflanze ist legendär. Sie wächst auch auf Sand. Ein Tontopf mit sandiger Kräutererde, ein trockener warmer Standort, wenig Wasser und karge Düngungen reichen aus. So lässt sich die Rosmarinpflanze erfolgreich kultivieren. Sie eignet sich hervorragend für Urban Gardening. Auf dem Balkon ist ebenso eine Bereicherung wie für jede Fensterbank. Aber auch im Kräutergarten darf er nicht fehlen.

Rosmarin anbauen – Das Wichtigste auf einen Blick

Warm und sonnig
Wenig Dünger
Trockener Standort
  • Die Staude lässt sich einfach über Stecklinge vermehren. Diese schneidet man im späten Frühjahr. Im geschützten Mini Gewächshaus oder Frühbeet bewurzelt man sie dann.
  • Die Aussaat aus Samen kann ab dem warmen April/Mai direkt in Töpfe mit sandiger Kräutererde erfolgen.
  • Die Pflanze liebt Trockenheit und Wärme. Die gleichen Vorlieben hat die Spinnmilbe, weshalb der Rosmarin anfällig für Spinnmilbenbefall ist.

Tipp 1: Rosmarin anpflanzen – Im Topf überwintern

Rosmarin lässt sich gut überwintern. Die Wurzeln dürfen jedoch nicht durchfrieren. Daher sollte man die Pflanze vor dem ersten Frost stark herunter zuschneiden. Zudem den Topf z.B. in Stroh und einen Jutesack zu verpacken. So kann der Topf draußen stehen bleiben und die Pflanze übersteht den Winter.

Rosmarin
Rosmarinus ist ein sehr aromatisches Kraut & eignet sich gut für die Küche

Tipp 2: Rosmarin – Auf der Fensterbank auch im Winter frisch

Zum Rosmarinus anbauen braucht man keinen Selbstversorger Garten. Bei guter Pflege kann er an einem hellen Platz am Fenster das ganze Jahr über frische Zweige und Blätter produzieren. Somit eignet er sich gut auch für einen kleinen Fenstergarten.

Tipp 3: Rosmarinsalbe selber machen – Wohltuend aromatisch

Die wärmende Salbe verwendet man bei schmerzenden Gelenken. Die Salbe macht man aus 50g frischen Rosamrin, 100g Lanolin und 25g Rapsöl. Man kann jedoch auch Melkfett verwenden. In einem Glas zerkleinert man einfach alles mit dem Stabmixer. Eine solche, kalt hergestellte, Salbe ist dufet und wirkt wärmend. Da man sie nicht erhitzt hat sind kaum Aromen verloren gegangen. Die Salbe lagert man dicht verschlossen im Tigel aus Glas– oder Kunststoff im Kühlschrank. So hält sie sich mehrere Jahre.

Tipp 4: Getrockneter Rosmarin – Mediterranes Gewürz

Rosmarinus lässt sich einfach trocknen und so haltbar machen. Die frisch geernteten Zweige legt man auf einen Sieb in der Sonne aus und trocknet sie. Noch besser geht das  jedoch durch Dörren mit dem Dörrgerät. Dicht verpackt und kühl sowie dunkel gelagert ist der getrocknete Rosmarin ein gutes Jahr lang haltbar.

Tipp 5: Rosmarinduftkerze – Mediterranes Aroma für laue Sommerabende

Der Duft des Rosmarin wirkt lösend. Er entspannt und beruhigt zudem. Gerade in lauen Nächten ist der Duft einer Duftkerze mit Rosmarin eine Bereicherung. Er hält nicht nur plagende Insekten ab sondern schafft zudem eine herrliche Atmosphäre. Die getrockneten Blättchen ähneln den Nadeln von Tannen. Man gibt sie in flüssiges Soja Wachs und gießt Kerzen damit. Rosmarin Duftkerzen selber machen klappt mit ganzen, frischen oder getrockneten Zweigen des Rosmarin. Die sehen gut aus und geben ihr Aroma zudem beim Abbrennen langsam frei.

Tipp 6: Rosmarin Pflanzen – Gute Nachbarn in Mischkultur

Rosmarin eignet sich sehr gut um Schädlinge vom Gemüsebeet fernzuhalten. Er ist ein guter Nachbar für Erdbeeren und Tomaten. Ebenso für Zucchini, Karotten, Radieschen, Kürbis, Weißkohl, Zwiebeln, Brokkoli, Rote Beete, Bohnen und Gurken. Aber auch als Nachbar von Kopfsalat, Feldsalat, Spinat, Paprika, Rosenkohl, Staudensellerie, Blumenkohl, Aubergine und Kohlrabi eignet er sich! Zusammen mit Dill, Strauchbasilikum, Lavendel und Lorbeer zieht sie Nützlinge an. Das macht ihn auch zum idealen Nachbarn von einem Insektenhotel.

Das Beste zum Schluss: Die Ernte

Ernten kann man Rosmarinus laufend. Dazu knipst man ganze Zweige oder einzelne Blätter und Triebe ab. Diese kann man dann direkt zum Würzen verwenden. Zum Haltbarmachen des Krauts trocknet man es einfach. Dazu des werden die Zweige warm, trocken und luftig aufgehängt.

Viele mediterran-gewürzte Speisen mit dem eigenen Rosmarin wünscht euch das Selbstversorgerland!
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